|
|
Jeder Fehler eröffnet dem Kind die Chance, sich weiterzuentwickeln. Fehler werden nicht durch schlechte Noten bestraft. Sie sind ein willkommener Anlass, um daraus zu lernen. Dieser Grundansatz nimmt den Kindern jegliche Angst vor Leistungsbewertung. Unsere Lernbegleiter verzichten auf die Farbe Rot. Die Leistungsbewertung erfolgt an unserer Schule auf zweierlei Weise: Zum einen durch die Schüler selbst und zum anderen durch die Pädagogen. Ersteres geschieht nicht nur durch die permanente Reflexion ihrer Arbeit bei Kreis- oder Einzelgesprächen mit anderen Schülern und/oder dem Lernbegleiter. Dadurch lernen unsere Schüler im Laufe der Zeit, sich selbst realistisch einzuschätzen. Wir erachten dies als ein ganz wesentliches Merkmal der Lernkompetenz. Die Lernziele sind für die Schüler transparent, weil sie am Anfang eines neuen Jahres schriftlich fixiert, besprochen, immer wieder thematisiert und außerdem im Klassenraum deutlich sichtbar aufgehängt werden. Dies ist die Voraussetzung für die realistische Selbsteinschätzung. Zusätzlich gibt es pro Woche einen Prüfungstag. Wenn die Kinder meinen, dass sie einen Stoff beherrschen, können sie sich in eine Prüfungsliste einschreiben. Die Lernbegleiter schlagen den Kindern solche Prüfungen ebenfalls vor, wenn sie den Eindruck haben, dass die Kinder so weit sind. Mit Prüfungssituationen lernen die Kinder bei uns also, anders als an der öffentlichen Schule, bereits ab der ersten Klasse umzugehen. So werden sie ganz selbstverständlich lernen, angstfrei mit Prüfungssituationen umzugehen. Schließlich werden die Schüler auch Zeugnisse erhalten. Bis zur zweiten Hälfte der dritten Klasse gibt es grundsätzlich keine Noten sondern differenzierte schriftliche Leistungsbewertungen, in denen genauestens über die Entwicklung des Kindes berichtet wird. Ab der zweiten Hälfte der dritten Klasse bekommen die Kinder auch Noten. Dies geschieht aber eher begleitend zu den verbalen Bewertungen und sind ein Zugeständnis an die Bedingungen in der weiterführenden Schule. Auch die Noten werden mit den Kindern besprochen. Wenn die Kinder auf eine andere Schule wechseln sollen, werden erforderlichenfalls Zeugnisnoten gegeben. Ist ein Schulwechsel längerfristig abzusehen, so kann man sich auch bereits früher auf die zusätzliche Leistungsbewertung mit Noten verständigen. Im schulischen Alltag soll das Leistungsniveau durch genaueste Beobachtung der Entwicklung des einzelnen Kindes mit Entwicklungsprotokollen und Selbsteinschätzungsbögen bestimmt werden.
|
|